Frauenkräuter

Lange Zeit von der Wissenschaft vernachlässigt, kommt es zu einer Renaissance der Frauenkräuter. Man hat herausgefunden, dass viele von ihnen sogenannte Phytoöstrogene enthalten, Substanzen, deren chemische Struktur den vom Körper gebildeten steroidalen Östrogenen ähnelt, Somit ist nun wissenschaftlich bestätigt, dass es viele Pflanzen gibt, die Frauen helfen können. 

Die Frauenpflanze schlechthin, das sagt schon der Name, ist der Frauenmantel.Der Frauenmantel ist eine Pflanze, die zeigt, dass die auf Paracelsus zurückführende Signaturlehre half, auch in "verwissenschaftlichen" Zeiten, die Heilwirkung der Pflanzen richtig zu deuten. Außerdem wurden die gefalteten Blätter des Frauenmantels als Mantel gesehen, der die Frauen schützend einhüllen kann. Tatsächlich kann man sagen, dass der Frauenmantel von der Pubertät bis zum Wechsel und darüber hinaus Frauen bei sämtlichen körperlichen Problemen schützen kann.Japanische Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßiger Konsum von Frauenmanteltee vorbeugend gegen weibliche Krebserkrankungen wirken kann. 
Durch seine krampflösenden Eigenschaften hilft das Johanniskraut bei Periodenkrämpfen.Es enthält mit Beta-Sitosterol einen östrogenähnlichen Stoff, mit dem es unregelmäßige Zyklen regelt und Wechseljahrsbeschwerden lindern kann.
Der Wiesenknopf hilft bei Regelblutungen.
Der Gehalt an Diosgenin, ein Stoff, der dem menschlichen Hormon Progesteron ähnelt, ist in der Yamswurzel hoch. Daher eignet er sich bei Beschwerden der Wechseljahre oder Menstruation.
Eine weitere wichtige Frauenpflanze ist die Taubnessel (Lamium), die eigentlich wild wachsend in jedem Garten zu finden sein sollte. Mit ihrem harmonischen Wechsel von Blättern und Blüten zeigt sie die Signatur von Regelmäßigkeit und hilft tatsächlich, den weiblichen Zyklus zu regeln. Der Volksmund nennt sie "Nesselweiblein" im Gegensatz zum "Nesselmännlein", der Brennnessel. 
Salbei (Salvia officinalis) kennt man üblicherweise nur als Hustemittel. Das ist er auch, wenn man seine Gerbstoffe beim Gurgeln nutzt. Aber eigentlich ist Salbei eine ausgesprochene Frauenheilpflanze mit östrogenartiger Wirkung und daher "Schweiß hemmend" bei Wechselproblemen. Ob als Tee oder nur als Gewürz, er hilft gegen Wallungen, Schweißausbrüchen und hat auch eine Zyklus regulierende Wirkung. Auch Rosmarin, Koriander und Basilikum haben eine starke Östrogen anregende Wirkung.  

Die Tage der Frauen
Es gibt eine Zeit im Jahr, die schon immer für eine besondere gehalten wurde, eine Zeit, in der die Natur den Menschen besonders wohlgesonnen ist. Die Rede ist vom "Frauendreißiger", das ist die Zeit zwischen Mariä Himmelfahrt am 15. August, dem "großen Frauentag" und Maria Geburt am 8. September, dem "kleinen Frauentag". Werden Kräuter in dieser Zeit gesammelt, habe sie eine besondere Qualität und bringen "dreißigfachen" Segen. In dieser Zeit haben sie auch eine Zauberkraft. Es lohnt sich, diesen Zeitpunkt zum Kräutersammeln zu verwenden. Oftmals werden am 15. August bei den Gottesdiensten die Kräuter gesegnet und "Kräuterbüscherl" verteilt. Die Zusammensetzung dieser "Kräuterbüscherl"" ist von Region zu Region unterschiedlich. Auf jeden Fall soll ein solcher Strauß gegen Blitz und Donner, vor bösen Geistern und andere Unholde schützen!

..... wilde Frauen
Zum Schluss "wilde" Kräuter für "wilde" Frauen. Der Beifuß (Artemisia vulgaris) ist nicht zufällig nach Artemis, der Muttergottheit und Mondgöttin,  benannt. Er ist nicht gerade ein Liebkind der Wissenschaft und daher kann man nur auf Grund der Erfahrungen alternativer Therapeuten den Beifußtee zur Anregung der Östrogen- und Gestagenproduktion empfehlen. In der Volksheilkunde war der Beifuß jedenfalls die Frauenheilfplanze, mit der Frauen sih umgürten sollten, um ihre Weiblichkeit zu stärken. 
Die Schafgarbe (Achillea millefolium) dagegen findet auch in der rationalen Phytotherapie Anerkennung als Tee, der durch seine anregenden Bitterstoffe und Krampf lösenden ätherischen Öle v.a. bei Menstruationsschmerzen hilfreich ist. Von der Schafgarbe gibt es auch schöne rosa oder rot blühende Gartenformen. Diese Farben werden der Venus zugeordnet,die die weiblichen Geschlechtsorgane regieren soll.